Als landwirtschaftlich geprägtes Land stellen
sich vor allem technologieorientierte Importe im direkten und indirekten
Zusammenhang mit diesem Wirtschaftssektor als prioritär dar. Dabei
sind landwirtschaftliche Maschinen und Weiterverarbeitungstechnologien
führend, ebenso chemische Produkte. Wirkliche autonome technologische
Leistungen aus Uruguay in diesem Sektor sind gering, Uruguay gilt als
Technologie-Importland.
Die infrastrukturelle und technologische Basis Uruguays ist nicht zu
unterschätzen. So weist Uruguay als einer von ganz wenigen Staaten
der Welt ein landesweites digitales Telefonnetz auf. Innovationen aus
dem Bereich der Informationstechnologien und Informationsservices werden
vor allem in den lateinamerikanischen Raum exportiert. Analphabetismus
ist kaum gegeben, das Straßennetz komplett ausgebaut. Naturkatastrophen
und politische/religiöse Unruhen finden ebenfalls nicht statt –
also ein grundsätzlich guter Boden für die Entwicklung von
Wissenschaft und Technik. Uruguay deshalb als "Wissenschaftsland"
zu bezeichnen wäre aber im internationalen Vergleich übertrieben.
Im rein lateinamerikanischen Vergleich ist Uruguay jedoch gut organisiert
und spezialisiert.
Die wissenschaftliche nationale Institution für Agrarforschung,
das Instituto Nacional de Investigación Agropecuaria (www.inia.org.uy)
umfasst in seiner Tätigkeit ein sehr breites Forschungsspektrum
zwischen Kulturformen und Agrartechnologie sowie der Gesetzgebung und
gesellschaftlichen Auswirkungen.
Die allgemeinen Wissenschaftsagenden liegen
im Ministerium für Bildung und Kultur (http://www.mec.gub.uy).
Hier liegt auch die Koordination der beiden größten staatlichen
Forschungsprogramme für Technologie – das PDT (Programa de Desarrollo
Tecnologia - http://www.pdt.gub.uy/pdt/docs/home1.htm)
und das Dinacyt/Conicyt (National Council for Innovation, Science and
Technology - http://www.conicyt.gub.uy/index_conicyt.htm)
als Teil des Mercosur-Programms RECyT (Reunion Especializada de Ciencia
y Tecnologia del Mercosur - http://www.recyt.org/index.jsp).
Grundlagenwissenschaft wird in Universitäten
betrieben, in der Universität RAU http://www.rau.edu.uy
(Universidad de la República) wie auch der katholischen Universität
http://www.ucu.edu.uy/home.htm
(Universidad Católica del Uruguay "D.A. Larrañaga"). Es
gibt noch weitere private Universitäten, die beiden genannten sind
die beiden größten in Uruguay. RAU hat als IT-technologischen
Schwerpunkt das Projekt IPv6 initiiert, welches unter http://www.rau.edu.uy/ipv6/
sehr gut dokumentiert ist. RAU engagiert sich auch im Internet2-Projekt
(http://www.rau.edu.uy/internet2),
ein US-initiertes und gesteuertes adademisches Netzwerk. Aus Lateinamerika
sind bereits die Staaten Mexika, Brasilien und Chile im Verband des
Internet2-Projekts, Argentinien folgt. Unter http://www.rau.edu.uy/universidad/uni_facdep.htm
sind alle Fakultäten der Universität aufgelistet.
Das wissenschaftliche Gremium, welches über
Entwicklungen in Uruguay auf vielen Ebenen berät, ist die Comisión
Sectorial de Investigación Científica (http://www.csic.edu.uy).
Die CSIC ist in mehrere Bereiche gegliedert. Die CSIC steht in enger
Verbindung mit der RAU.
Universidad Católica ist eine enge
Kooperation mit der Zoneamerica (http://www.csic.edu.uy),
dem führenden Wirtschafts- und Technologiepark Uruguays, in Montevideo
beheimatet, eingegangen. Die Universität unterhält am Gelände
der Zonamerica ein Institut für Wissenschaft und Technologie (Instituto
de Ciencia y Tecnologia http://www.ucu.edu.uy/Zonamerica/index.htm),
welches beste Umfeldbedingungen vorfindet.
Zonamerica sieht sich selbst als Entwicklungsmotor
Uruguays auf wirtschaftlicher und angewandter wissenschaftlicher Ebene
– als Freihandelszone besitzt der Businesscluster auch finanzielle Vorteile.
Zonamerica integriert mehrere Business- und Forschungs-Cluster, wie
z.B. das Bio-Tec-Placa (http://www.biotec-plaza.com/).
Es wird versucht, Forschung, Entwicklung und marktwirtschaftliche Umsetzung
als Gesamtkonzept an einem Ort umzusetzen.
Die Zonamerica Foundation (http://www.zonamerica.org/ingles/home.htm)
kann als außeruniversitäres Forschungszentrum inmitten des
Business- und Technologieparks Zonamerica gesehen werden. Der Auftrag
von Zonamerica Foundation umfasst die Investition, Entwicklung und den
Transfer von Technologiewissen in höherwertige Produkte und Services
sowie der Verbesserung der Lebensbedingungen durch Förderung der
gesellschaftlichen und individuellen Talente der Gesellschaft. Hauptforschungsrichtungen
sind Informationstechnologien, Biotechnik, Logistik, Management- und
Unternehmenswissenschaften sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.
Angewandte Wissenschaft wird auch im Laboratorio
Tecnologico del Uruguay – LATU (http://blanes.latu.org.uy/)
betrieben. Es handelt sich dabei um das staatliche Forschungs-Laboratorium,
in mehrere Teilbereiche gegliedert. LATU beinhaltet sowohl agrokulturelle
wie materialwissenschaftliche Laboratorien. LATU ist auch das nationale
Testlabor für Zertifizierungsdienstleistungen für die jeweiligen
Bereiche.
Nicht vergessen werden sollte die Organisation
DERES (Desarrollo de la Responsibilidad Social Empresaria - http://www.deres.org.uy/index.php),
welche einen Verbund von industriellen Wirtschaftstreibern und nationalen
Organisationen darstellt. Sie beschäftigt sich vor allem mit Fragen
der sozialen Verträglichkeit der nationalen und internationalen
Wirtschaftsgebahrung und der allgemeinen Sozialentwicklung.