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Wissenschaft und Technologie in Uruguay

Einführung

(Mag. Carl-Markus Piswanger, Vizepräsident)

Als landwirtschaftlich geprägtes Land stellen sich vor allem technologieorientierte Importe im direkten und indirekten Zusammenhang mit diesem Wirtschaftssektor als prioritär dar. Dabei sind landwirtschaftliche Maschinen und Weiterverarbeitungstechnologien führend, ebenso chemische Produkte. Wirkliche autonome technologische Leistungen aus Uruguay in diesem Sektor sind gering, Uruguay gilt als Technologie-Importland.

Die infrastrukturelle und technologische Basis Uruguays ist nicht zu unterschätzen. So weist Uruguay als einer von ganz wenigen Staaten der Welt ein landesweites digitales Telefonnetz auf. Innovationen aus dem Bereich der Informationstechnologien und Informationsservices werden vor allem in den lateinamerikanischen Raum exportiert. Analphabetismus ist kaum gegeben, das Straßennetz komplett ausgebaut. Naturkatastrophen und politische/religiöse Unruhen finden ebenfalls nicht statt – also ein grundsätzlich guter Boden für die Entwicklung von Wissenschaft und Technik. Uruguay deshalb als "Wissenschaftsland" zu bezeichnen wäre aber im internationalen Vergleich übertrieben. Im rein lateinamerikanischen Vergleich ist Uruguay jedoch gut organisiert und spezialisiert.

Die wissenschaftliche nationale Institution für Agrarforschung, das Instituto Nacional de Investigación Agropecuaria (www.inia.org.uy) umfasst in seiner Tätigkeit ein sehr breites Forschungsspektrum zwischen Kulturformen und Agrartechnologie sowie der Gesetzgebung und gesellschaftlichen Auswirkungen.

Die allgemeinen Wissenschaftsagenden liegen im Ministerium für Bildung und Kultur (http://www.mec.gub.uy). Hier liegt auch die Koordination der beiden größten staatlichen Forschungsprogramme für Technologie – das PDT (Programa de Desarrollo Tecnologia - http://www.pdt.gub.uy/pdt/docs/home1.htm) und das Dinacyt/Conicyt (National Council for Innovation, Science and Technology - http://www.conicyt.gub.uy/index_conicyt.htm) als Teil des Mercosur-Programms RECyT (Reunion Especializada de Ciencia y Tecnologia del Mercosur - http://www.recyt.org/index.jsp).

Grundlagenwissenschaft wird in Universitäten betrieben, in der Universität RAU http://www.rau.edu.uy (Universidad de la República) wie auch der katholischen Universität http://www.ucu.edu.uy/home.htm (Universidad Católica del Uruguay "D.A. Larrañaga"). Es gibt noch weitere private Universitäten, die beiden genannten sind die beiden größten in Uruguay. RAU hat als IT-technologischen Schwerpunkt das Projekt IPv6 initiiert, welches unter http://www.rau.edu.uy/ipv6/ sehr gut dokumentiert ist. RAU engagiert sich auch im Internet2-Projekt (http://www.rau.edu.uy/internet2), ein US-initiertes und gesteuertes adademisches Netzwerk. Aus Lateinamerika sind bereits die Staaten Mexika, Brasilien und Chile im Verband des Internet2-Projekts, Argentinien folgt. Unter http://www.rau.edu.uy/universidad/uni_facdep.htm sind alle Fakultäten der Universität aufgelistet.

Das wissenschaftliche Gremium, welches über Entwicklungen in Uruguay auf vielen Ebenen berät, ist die Comisión Sectorial de Investigación Científica (http://www.csic.edu.uy). Die CSIC ist in mehrere Bereiche gegliedert. Die CSIC steht in enger Verbindung mit der RAU.

Universidad Católica ist eine enge Kooperation mit der Zoneamerica (http://www.csic.edu.uy), dem führenden Wirtschafts- und Technologiepark Uruguays, in Montevideo beheimatet, eingegangen. Die Universität unterhält am Gelände der Zonamerica ein Institut für Wissenschaft und Technologie (Instituto de Ciencia y Tecnologia http://www.ucu.edu.uy/Zonamerica/index.htm), welches beste Umfeldbedingungen vorfindet.

Zonamerica sieht sich selbst als Entwicklungsmotor Uruguays auf wirtschaftlicher und angewandter wissenschaftlicher Ebene – als Freihandelszone besitzt der Businesscluster auch finanzielle Vorteile. Zonamerica integriert mehrere Business- und Forschungs-Cluster, wie z.B. das Bio-Tec-Placa (http://www.biotec-plaza.com/). Es wird versucht, Forschung, Entwicklung und marktwirtschaftliche Umsetzung als Gesamtkonzept an einem Ort umzusetzen.

Die Zonamerica Foundation (http://www.zonamerica.org/ingles/home.htm) kann als außeruniversitäres Forschungszentrum inmitten des Business- und Technologieparks Zonamerica gesehen werden. Der Auftrag von Zonamerica Foundation umfasst die Investition, Entwicklung und den Transfer von Technologiewissen in höherwertige Produkte und Services sowie der Verbesserung der Lebensbedingungen durch Förderung der gesellschaftlichen und individuellen Talente der Gesellschaft. Hauptforschungsrichtungen sind Informationstechnologien, Biotechnik, Logistik, Management- und Unternehmenswissenschaften sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Angewandte Wissenschaft wird auch im Laboratorio Tecnologico del Uruguay – LATU (http://blanes.latu.org.uy/) betrieben. Es handelt sich dabei um das staatliche Forschungs-Laboratorium, in mehrere Teilbereiche gegliedert. LATU beinhaltet sowohl agrokulturelle wie materialwissenschaftliche Laboratorien. LATU ist auch das nationale Testlabor für Zertifizierungsdienstleistungen für die jeweiligen Bereiche.

Nicht vergessen werden sollte die Organisation DERES (Desarrollo de la Responsibilidad Social Empresaria - http://www.deres.org.uy/index.php), welche einen Verbund von industriellen Wirtschaftstreibern und nationalen Organisationen darstellt. Sie beschäftigt sich vor allem mit Fragen der sozialen Verträglichkeit der nationalen und internationalen Wirtschaftsgebahrung und der allgemeinen Sozialentwicklung.